ADHS und Erlebnispädagogik

Kaum ein Thema beschäftigt Eltern betroffener Kinder so sehr wie ADHS. In Seattle wurde 2004 eine Studie der Universität of Washington veröffentlicht, die nicht nur den genetischen Ursprung belegt, sondern auch den Zusammenhang aus Medienkonsum und gestörter Aufmerksamkeit. Werden Sehen und Hören entkoppelt - wie beim Wahrnehmen via Bildschirm und Lautsprecher - sind Störungen der Wahrnehmung und des Lernens vorprogrammiert. Besonders bei von ADHS Betroffenen wirken sich diese Effekte besonders stark aus. Bildschirme liefern dem Betrachter eine flache, verarmte Realität. Die dem Kind fehlenden Informationen über die Welt muss es in der sozialen Gemeinschaft oder in der Natur mit allen Sinnen nachlernen, wie es in der Erlebnispädagogik heißt: lernen mit Kopf, Herz und Hand. Der Kinderarzt Dr. S. Kroll aus Mainz, dem 2009 für seine Leistungen im Bereich ADHS das Bundesverdienstkreuz überreicht wurde, vertritt den Standpunkt: „Die Einordnung der ADHS-Probleme unter genetische Abnormitäten und der zwangsläufig notwendigen medikamentösen Therapie ist einseitig, spricht gegen die Erfahrung renommierter Wissenschaftler und Therapeuten und ignoriert, ja unterdrückt gerade, die positiv wirkenden Ressourcen der Betroffenen, wenn sie nur von dieser engen Sichtweise ausgeht. Die medikamentöse Behandlung kann nur ein Hilfsinstrument der Verhaltens- und Lerntherapie von ADHS sein.“ Eine wichtige Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist eine Zusammenarbeit der Familie mit dem Kinderarzt/Therapeuten, der Schule und ein auf das Kind abgestimmtes Freizeitverhalten. Meist braucht die Familie zusätzliche Hilfen bei der Alltagsbewältigung, da sie allein in der Regel mit der Problematik überfordert ist.

Wir bieten:
  • Entlastung der Familie durch Freizeitaktivitäten mit dem Betroffenen
  • Stärkung des Selbstwertgefühls durch erlebnispädagogische Angebote
  • Krisenintervention im Alltag
  • Hilfe bei der Lernorganisation
  • Steigerung der Leistungsbereitschaft
  • Förderung sozialer Kontakte zu Gleichaltrigen
  • Vermittlung planerischer Fähigkeiten
  • Koordination der Zusammenarbeit aller Helfer
Erziehungskompetenz
  • Klare, einfache Regen und Grenzen formulieren
  • Medienzeiten erarbeiten
  • Ernährungsberatung
  • Anleitung gemeinsamer Freizeitaktivitäten
  • Vorbildfunktion

Computerspiele

Faszination Virtuelle Welt

Nach Umfragen des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen verfügen nahezu 80% aller Kinder in Deutschland über einen Computer mit Internetanschluss. Neuere Generationen von Computerspielen sind so aufgebaut, dass Spieler über eine Internetverbindung im Team gemeinsam agieren. Spieler, die sich abmelden, fehlen mit ihren bereits erworbenen Fähigkeiten dem Team, so dass die verbleibenden Spieler oft versuchen, jeden so lange wie möglich online zu behalten. 858 000 Videospiele werden wöchentlich dazugekauft (Nov. 2009). Vielen Eltern sind die gesundheitlichen, schulischen und die sozialen Auswirkungen dieses Freizeitverhaltens auf ihre Kinder nicht bewusst. Sie wissen zu wenig über die Identität der Kontaktpersonen, deren Absichten und über die Inhalte der Internetseiten, die ihre Kinder nutzen. Der Kinderschutzbund, die Bayerische Akademie für Suchtfragen und Krankenkassen sehen hier einen erheblichen Informationsbedarf. Immer wichtiger werden attraktive Angebote, damit Betroffene diesem faszinierenden Umfeld eine Absage erteilen können und zu einem angemessenen Umgang damit finden.
Das suchen Jugendliche in Computerspielen
  • Herausforderung und Wettbewerb
  • Ausübung von Macht und Kontrolle
  • Erprobung von Identitätsentwürden,
  • Entdeckung unzugänglicher Handlungsformen und Lebensbereiche
  • Teil einer Gemeinschaft sein
Wir legen den Schalter um und bieten Ihnen
  • Infos zu Risiken und Chancen moderner Medien
  • Entlastung der Familie durch „coole“ Aktionen
  • das 1 x 1 zum Finden echter Freunde
  • tun, was Bildschirme nur versprechen
Erziehungsberatung installieren

  • simple Regeln und Grenzen einloggen
  • Medienzeiten runterfahren
  • Crash Management im Familienalltag
  • mehr familiäre Kommunikation
  • Begleitung zu schulischen Meetings
  • Impulse für ein neues Freizeitverhalten
  • Vorbildfunktion leben, statt reden...
Teamwork in der Familie ist gelebte Präventionsarbeit