Wozu gemeinsame Abenteuer ?

Selbst bei einer „gut funktionierenden“ Familie bedeutet Familienleben nicht immer nur Idylle. Meist gilt es die verschiedenen Bedürfnisse aller Familienmitglieder unter einen Hut zu bringen. Vor lauter Alltag rennt oft jeder seiner Wege, da sind Reibereien vorprogrammiert. Eines ist klar: Familie ist nur spannend und schön, solange alle mitmachen.

Oft wissen Eltern selbst, was sie verbessern könnten, nur warum keine Umsetzung erfolgt, bleibt im Verborgenen. Wo Entscheidungen gar nicht oder viel zu spät getroffen werden, gibt es für die Kinder zu wenig erkennbare Strukturen, an denen sie sich orientieren können. Jungen und Mädchen reagieren auf so viel scheinbare Freiheit oft unterschiedlich. Jungs kommen z.B. bei der Suche nach Grenzen mit gesellschaftlichen Normen und Werten in Berührung oder tauchen ab in die virtuellen Welten des Internet, wo sie nach dem suchen, was sie in der Realität nicht finden können. Mädchen reagieren z.B. mit Rückzug oder ungesundem Essverhalten. Für ein harmonisches Familienleben brauchen Kinder und Eltern ein Umfeld, in dem Entscheidungen zu treffen und Anweisungen zu befolgen sind, damit alle sicher ihr Ziel erreichen.


Darum ist es unser Anliegen, Familien aus ihrer gewohnten Struktur des bisher gelebten Alltags hinein ins unbekannte Abenteuer zu entführen. Mit Spaß an gemeinsamen Abenteuern soll jeder Einzelne erleben, wie wichtig seine Rolle in der Familie ist.

Abenteuer bewirken:

  • Mut, sich mehr zutrauen
  • Identitätsfindung, besonders in der Pubertät
  • mehr Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung
  • mit Spaß in der Natur sich sportlicher Fitness nähern
  • Gemeinschaft erleben und echte Freunde finden
  • zu einem Team gehören, in dem J E D E R seinen Platz findet
  • Stärkung der Erziehungskompetenz von Eltern
  • einfach mal gut drauf sein und Spaß haben

Wo eine Zusammenarbeit der Betroffenen mit dem Kinderarzt/Therapeuten, sozialem Umfeld, Schule und Familienhelfer gelingt, werden sich die erreichten Ziele in den Alltag übertragen und sich ein nachhaltige Erfolge einstellen.

Elternhaus und Schule
Bei Problemen in der Schule könnte eine Beratung wie im Folgenden beschrieben ablaufen:

  • Begleitung der Eltern bei Gesprächen mit der Schule
  • Runder Tisch mit allen Beteiligten
  • Ist- Situation besprechen
  • Kooperation mit Klassenlehrer, Schulsozialarbeit, Beratungslehrer
  • Freizeitverhalten analysieren, Auswirkungen auf Schule prüfen
  • Informationslücken schließen
  • Zielvereinbarungen erarbeiten, Aufgaben verteilen
  • Bei Bedarf Hilfe bei der Vermittlung einer Nachmittags-Hausaufgabenbetreuung
  • ADHS-Abklärung
  • Evaluation
Neurowissenschaftler Manfred Spitzer und Norbert Herschkowitz haben mehrfach publiziert: lernen macht Spaß (Hirnforschung und Schule 2009: Warum Lernen Spaß macht). Manchmal führen schwer erkennbare Umstände dazu, dass Lernen für die Schule eher mit Widerstand als mit Spaß verbunden ist. Hier gilt es, nach den Ursachen zu suchen und diese zu beheben, damit auch Lernen für die Schule wieder Spaß macht.

Fallbeispiel für einen besonders positiven Verlauf
Die Herausforderung
Ein mit AD(H)S diagnostizierter Junge der 2. Klasse einer Förderschule zeigte so gravierende Verhaltensauffälligkeiten, dass Lehrer und der Familie nahestehende Personen eine Heimunterbringung durch das Jugendamt für unvermeidbar hielten. Nach ausführlicher Beratung der Familie im zuständigen Jugendamt entschieden sich die Eltern zunächst für eine Hilfe zur Erziehung im Rahmen einer Erziehungsbeistandstaft (§§ 27/30 KJHG). Nach einem Jahr Betreuung gelang dem Kind der Übertritt auf eine normale Grundschule. Nach einem weiteren Jahr werden dem Jungen von seiner Klassenlehrerin große Chancen zugesprochen, im nächsten Sommer auf die Realschule zu wechseln. Sowohl die schulischen Leistungen, die Sozialkompetenzen und das Konfliktverhalten des Jungen haben sich in und außerhalb der Schule spürbar verbessert, so dass auch die Hilfe durch das Jugendamt eingestellt werden konnte. Gelingen konnte diese Veränderung durch eine gute Mitarbeit der Eltern, eine für die Familie passende Beratung im Jugendamt, die funktionierende Zusammenarbeit aller Helfer und der engagierten Elternarbeit der jetzigen Klassenlehrerin.

Lehrstelle gesucht
Max, 15 Jahre alt, brauchte mehr Unterstützung in
persönlichen und schulischen Angelegenheiten, als
seine Eltern ihm geben konnten, besonders in der
9. Klasse, wo es um die Berufsfindung
ging. Max
ergriff die Initiative und überzeugte seinen Vater,
beim zuständigen Jugendamt Hilfe zu beantragen.
Das Jugendamt genehmigte für ein Jahr eine Erzieh-
ungsbeistandschaft. Für Max war das Wichtigste,
einen guten Schulabschluss zu schaffen und eine zu
ihm passende Ausbildung zu finden. Schnell stand
fest, alle infrage kommenden Ausbildungsplätze waren
vergeben, so blieb nur die Hoffnung, über Praktika in den Ferien an eine Lehrstelle heranzukommen. Es klappte tatsächlich noch rechtzeitig, einen Betrieb zu finden, der sich bereit erklärte, für Max eine Ausbildungsberechtigung bei der HWK zu beantragen. Inzwischen ist Max 18 Jahre alt, im zweiten Lehrjahr, hat einen Notendurchschnitt von 2,0 und seine Kollegen im Ausbildungsbetrieb sind mit ihm und seiner praktischen Arbeit sehr zufrieden. Das gute Arbeitsklima ging inzwischen so weit, dass Max dem Sportverein seines Ausbilders beitrat, wo die beiden auch einen Großteil ihrer Freizeit gemeinsam verbringen.