Mehr als ErlebnispÄdagogik

Kindererziehung stellt Eltern vor immer neue
Herausforderungen. Da Eltern beruflich oftmals
sehr beansprucht sind, stehen sie dadurch ihren
Kindern in einer sich immer schneller verändernden
Welt zunehmend weniger als Ansprechpartner zur
Verfügung. Um bei so viel Veränderung nicht aus
dem Blick zu geraten, reagieren einige Kinder mit
auffälligem Verhalten.

Ärzte und Neurobiologen fanden heraus, dass es für ein
gesundes Wachstum von Kindern denkbar ungünstig ist,
allein schulbedingt täglich 6 – 8 Stunden sitzend auf
einem Stuhl zu verbringen. Keine Überraschung, denn,
so der Neurobiologe Manfred Spitzer, unsere Kinder sind
evolutionsbedingt die Kinder von Jägern und Sammlern.
In den Pausen versor gen Schüler ihren für die Jagd

konstruierten Bewegungs- und Muskelapparat mit
konzentrierter Energie (Fett und Zucker), und kehren
anschließend zu den bewegungsarmen Anforderungen
des Klassenzimmers zurück. Da verwundert es wenig,
dass im Gegenzug die gesetzliche Krankenversicherung
trotz stark rückläufiger Schülerzahlen im Zeitraum
1992 – 2001 eine Verzwanzigfachung der verordneten
Dosis von Methylphenidat (Ritalin, Medikinet) verzeichnet,
ein Wirkstoff, welcher zur Behandlung von hyperaktiven
Kindern ADHS angewandt wird.

Auch die zunehmende Bebauung von Städten und
Gemeinden führt zum Verlust von den Plätzen, an denen
Kinder ihre Kreativität, Neugier und mutigen Taten
ausleben konnten. Die von Kommunen bereitgestellten
Spielplätze verfügen meist über festinstallierte,
nicht miteinander kombinierbare Spielgeräte.
Oftmals reagieren Kinder auf ein wenig an ihren
natürlichen Bedürfnissen ausgerichtetes Umfeld sozial
auffällig oder mit einem unauffälligen Abtauchen in die
virtuellen Welten des Internet.


Zeit fÜr VerÄnderung

Wir bieten den Kindern von Jägern und Sammlern individuelle
Angebote, die sich an ihrem natürlichen Bewegungsdrang,
ihrer Neugier, der Freude am Lernen und ihrem Bedürfnis
nach sozialer Anerkennung orientieren. Ein Lernen mit allen
Sinnen erleichtert es Kindern sich Lernstrategien zu
erarbeiten die sie, einmal verstanden, dann auch auf andere
Wissensbereiche übertragen können. Da Kinder am schnellsten
von den Menschen lernen, zu denen sie Vertrauen haben
oder die ihnen besonders nahestehen, zeigt sich wie vorteilhaft
es sein kann, Eltern und andere Bezugspersonen in die
Angebote mit einzubeziehen.

Ressourcenorientiert erarbeiten wir Handlungskompetenzen für Eltern und Kinder, um im Alltag und in der Schule erfolgreicher zu sein. Da viele Kinder die Natur überwiegend über virtuelle Medien erfahren, halten wir es für wichtig, Kinder und deren Familien wieder mehr mit der Natur in Kontakt zu bringen. Jedes Handeln in der Natur hat unmittelbare Konsequenzen. Besonders Kinder erleben, dass große Herausforderungen am besten in einer funktionierenden Gemeinschaft mit Tatkraft zu bewältigen sind; solche Erfahrungen führen zu einem nachhaltigen Lernen. Das Lernen mit allen Sinnen nennt man in der Erlebnispädagogik, ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand.